Marokko 2004-2005

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Dienstag, 11. Dezember 2012 16:02
Geschrieben von Steff
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M
arokko vom 10.12.2004 bis 14.1.2005

 

Das zweite Reisetagebuch von Sandra, Steff und Momo

 



Fotos

Christian Handvest (www.reise-fotografie.de)
Stefan Gartz (www.afrika-virus.de)

Text Stefan Gartz

Veröffentlichung von Text und Fotos nur mit Einverständniss des Inhabers.

 

Sep-Okt.04
Wir sind noch lange nicht unterwegs und doch geht die Planung schon wieder los. Nach unserem letzten "Kurztrip" waren 1000 Gedanken was man alles noch verbessern kann. Nach unserem Umzug und nicht zuletzt durch Sandras und meiner Hochzeit blieb aber kaum Zeit alles umzusetzen. Einen wichtigen (zumindest für mich) Punkt möchte ich erwähnen. Unser "Feuerrotes Fliwatüt" hat kleinere Schuhe bekommen. Von 14.00 R 20 auf 13.00 R 20. Die Optik "leidet" zwar jetzt etwas, das sehr angenehme Fahrverhalten entschädigt dafür aber.

 

 

11.12.04
Nachdem wir gestern noch alles verstaut haben, gibt es heute nur noch Kleinkram zu erledigen. Längst nicht mehr so aufgeregt wie letztes Jahr beginnen wir den Tag um 9 und sind dann gegen 11 soweit das wir los können. (Ingo du hättest ruhig noch vorbei kommen können) - Sandra hat sich auf der Arbeit wohl noch eine Erkältung eingefangen (Gruß an Martin). - Erst mal geht es Richtung Luxemburg. Hier gibt es 600 Liter billigen Diesel für unseren Wagen. (74 cent ist zwar nicht wirklich billig, aber besser als unser deutsches Edelgemisch.) Wir lassen es relativ ruhig angehen. Mit 90km/h rollen wir dahin, bis Lyon um dann so gegen 21 Uhr zu Übernachten.

 

12.12.04
Weiter geht es über die Südküste bis nach Peniscola (Was der Pajero in Spanien ist Peniscola in Deutsch) in Spanien zum Übernachten.

 

13.12.04
Das letze Drittel wird in Angriff genommen. So langsam wird mir wieder bewusst das ich mit meinen 90 km/h für Spanische LKW Fahrer eher ein Verkehrshindernis bin, als das wir flüssig mitrollen. Bei ca 95 km/h schwimmt man also bei der "Masse" mit. Um 20 Uhr kommen wir (endlich) in Algeciras an. Wie letztes Jahr noch eben rüber zum Ticketverkauf. Wie wir fest stellen müssen sind die Fährpreise etwas angehoben worden. Wir zahlen 269 Euro (zum Vergleich letztes Jahr waren es 254 Euro). Wir durchstreifen Algeciras noch ein wenig und gehen am Hafen noch eine Kleinigkeit im Restaurant Din Don essen. Hier gibt es eine mehrsprachige Speisekarte. Allerdings hat dabei wohl der Übersetzungscomputer wieder etwas zugeschlagen. Vieles versteht man erst wenn man das Englische oder Spanische zum Vergleich hat. So gibt es "Schnitte" (Escalope - Schnitzel) oder auch Rinderfischteich (Rindergulasch) Sehr interessant fand ich auch den "Achtfüßler" der wohl Oktopus oder ähnliches sein soll.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

14.12.04
Wir stehen um 8.30 an der Fähre und warten darauf das es los geht. Komischerweise ist die Schlange schon sehr lang, so das wir fast ganz hinten stehen. Nach einigem warten erfahren wir das die Fähre wohl erst so gegen Mittag fahren soll. Das Wetter sei zu schlecht. Neben uns steht ein schweizer Paar mit einem Buschtaxi. Silvia und Charly (www.4x4expedition.com) die ihre Jobs geschmissen haben und erst einmal eine Auszeit nehmen. Sie wollen in Marokko starten und bis Südafrika runter. Da die Fähre jetzt erst gegen 15 Uhr fahren soll, gehen wir zusammen einen Kaffee trinken. Da ich gerade nichts zu tun habe tausche ich unser altes Casettenradio (das zu allem Überfluss die Casette nicht mehr her geben will und es so nur Allanah Miles spielt) gegen ein MP3 CD Player (Danke Wolfgang). Irgendwann so gegen 17 Uhr kommt dann auf einmal doch Leben ins Geschehen. Wir hatten uns schon seelisch darauf eingestellt, dass heute nichts mehr geht und wollten schon zum gemütlichen
des Tages über gehen - Gemeinsam mit Silvia und Charly den Abend verbringen und auf gutes Wetter für morgen hoffen. Wohnmobile und LKWs werden zur Seite gewunken und PKWs werden auf eine kleine Fähre geladen. Unsere Schweizer verabschiedeten sich von der Railing und wir durften eine halbe Stunde später auf eine etwas größere Fähre. (In Shalah sehen wir sie Silvester bei Sahid in der Dades Schlucht. Termin und Koordinaten haben sie.)
Sobald das Schiff den Hafen verlassen hatte wußten wir auch warum es bis dahin keine Überfahrt gab. Es schaukelte und wackelte sehr heftig. Auf den Schiffsmonitoren stand nur "Please be seated" Diese Aufforderung war jedoch nur proforma. An laufen war eh nicht zu denken. Es fühlte sich an wie Achterbahnfahren (nur ohne Looping). Einige Mitreisende entleerten spontan und ausgiebigst ihren Mageninhalt. Gedanklich sah ich schon einen der Joghurtbecher (Caravane) im Laderaum hin und her springen. Nach gut 50 Minuten wahr dann doch alles vorbei und auch die am stärksten leidenden wurden erlöst. Im Laderaum gab es aber keine Blessuren an Fahrzeugen zu entdecken. Nur einige etwas nervös wirkende Fahrzeugbesitzer.
Da es schon langsam dunkel wurde entschieden wir uns in Ceuta zu übernachten. Vorher jedoch noch einmal Volltanken. Dieses Jahr für 58,4 cent. Unterhalb des Sportplatzes fanden wir eine Übernachtungsmöglichkeit.
Einen Bummel durch Ceuta später begannen wir die Bettruhe.

15.12.04
Noch nicht mahl in Marokko und schon so viel geschrieben. - Grenze. Das Grenzspektakel war uns ja schon aus dem Vorjahr bekannt. Nur das das Grenzhaus frisch gestrichen war und so Schalter 4 nicht mehr zu erkennen war. 40 Minuten später waren jedoch alle Formalitäten ohne irgendwelche Hindernisse überwunden. Es wurde weder nach einem Formular für das GPS, noch nach Unterlagen für Momo gefragt.
Sandra hat sich und Momo (unserem Hund) etwas Strand versprochen. So suchten wir bei Cabo Negro einen Campingplatz am Strand. Der Platz "Al Boustane" war jedoch, auch mit einheimischer Hilfe, nicht auffindbar.
Oued El Malah liegt mitten in der Stadt so das wir weiter fuhren - so das wir uns für Martil (35.36.986N 5.16.201W) entschieden. Der Platz ist jedoch NICHT zu empfehlen. Überall Müll, Glasscherben und Ziegel. Darauf verteil Schrottautos die ausgeschlachtet werden und das einzige Tor zum Strand ist mit einem dicken Vorhängeschloss verriegelt. Von den WCs kaum zu reden. Hier hätte ich nicht mal unser Porta Potti entleert. So entschieden wir uns zur altbekannte Stelle weiter zu fahren. Chefchauen. Hier hat sich doch einiges getan (35.10.553N 5.16.031W). Der Besitzer begrüßte uns freundlich. Wir währen letztes Jahr doch auch hier gewesen. Und noch ein altbekanntes Gesicht. Der Mercedes 911er Fahrer von letzem Jahr steht auch wieder hier. Zurück zum Platz. Das WC ist frisch gestrichen und die Sanitäranlagen für marokkanische Verhältnisse ok (letztes Jahr nicht ganz sooo toll). Sandra und ich freuen uns schon auf eine Dusche und einen ruhigen abend. Kurze Zeit später tauchen jedoch Sylvia und Charly am Platz auf und postieren sich neben uns am Platz.

 



16.12.04
Nach einem entspannten Vormittag wollen wir vier zusammen in die Medina. Etwas Brot kaufen und Geldtauschen. Da wir kein Taxi für vier Personen ergattern laufen wir in die Medina. Die Stadt selbst fasziniert jedes mal aufs neue. Wir durchqueren die engen Gassen und entschließen uns in einem Restaurant ein zu kehren das Sylvia und Charly empfohlen bekommen haben. Von außen sehr unscheinbar und nur durch ein Schild im Eingang zu erkennen. Innen sehr gemütlich. Sylvia erzählt begeistert das die WCs hier super seien. Es gäb sogar Toilettenpapier und warmes Wasser. Weiter durchqueren wir die Medina und wollen langsam wieder Richtung Campingplatz. Jedoch findet sich kein Taxifahrer bei dem wir mit Hund mitfahren dürfen. So laufen wir den Berg hoch bis zum Platz.


 

 

 

17.12.04
Unsere Schweizer ziehen heute weiter Richtung Meknes.
Vorher tauschen wir noch schnell Adressen aus (www.4x4expedition.com). In Shalah sehen wir sie Silvester wieder. Wir machen noch einen Entspannungstag und warten auf unsere Bayern die morgen ihre Fähre nehmen und dann wohl auch hier ankommen werden. Jochen unser Nachbar ist Tattowierer und hat schon sein erstes Opfer gefunden. Auf dem Platz hier herrscht ein reges Treiben. Rundherum wird an Fahrzeugen geschraubt, ich lass mich jedoch davon nicht anstecken.

 

 

 

 

18.12.04
Wir ziehen heute weiter Richtung Fes. Christian rief gestern noch an und teilte uns mit das einer der Mitreisenden im eigenen Truck sich den Fuß gebrochen hat und nun mit dem ADAC auf dem Heimweg sei. So verspätet sich die Ankunft unserer Bayern noch etwas.
So wie es aussieht hat der König etwas Geld über gehabt. Viele neue MAN F 2000 Kipper sehen wir auf dem Weg Richtung Süden. Außerdem gab es wohl Geld für Laserpistolen für die örtlichen Polizisten. So sieht man jetzt häufig Überlandkontrollen. In Fes finden wir schnell unser Ziel. Am örtlichen Macro (Metro) Markt vorbei (34.01.353N 5.03.279W) geht es weiter zum Diamont Vert Camping (38.59.162N 5.01.122W). Hier hat sich nichts getan. Alles soweit in Ordnung. Neben uns ein Ehepaar aus Jena. Kurze Zeit später stellt sich heraus das sie uns letztes Jahr schon in Erfoud gesehen haben. Eine halbe Stunde später trifft ein Pärchen aus Österreich ein, die uns direkt drauf ansprechen das sie uns letztes Jahr in Zagora gesehen hätten. Irgendwie scheint unser Gefährt doch etwas auffällig zu sein.



19.12.04
Nach langem ausschlafen ziehen wir erst ein mal zu Fuß Richtung Medina. Ingo hatte uns ein Foto von einer Zuckerdose mitgegeben. Nun wollten wir versuchen ihm eine Neue (nicht zerbröselte) mit zu bringen. In der Medina wieder das gleiche Spiel. Irgendwelche selbsternannten Guides versuchen sich auf zu drängen. Mit konsequenter Missachtung wird man sie aber schnell wieder los. Einige Stunden später (und auch einige Läden später) erfahren wir bei einem Händler das die Zuckerdose von Ingo wohl aus der Gegend von Safi komme und nicht die Motive aus Fes enthalte. Na gut dann müssen wir an anderer Stelle weitersuchen. Etwas hungrig machen wir uns auf dem Heimweg. Btw die Taxifahrt mit einem Petittaxi von der Medina zum Platz (ca 10km) kostet 24.50 Dirham (ca 2.45 Euro).
Nachdem es langsam dunkel wird ziehen wir uns langsam in unseren LKW zurück. Da wir aber noch nicht müde sind spielen wir noch etwas Karten, jedoch nicht ohne auf ein mal durch klopfen an unsere Tür unterbrochen zu werden. Wir gehen raus und haben schon einen Verdacht. Sylvia und Charly stehen vor unserer Tür. Flux sind die Stühle wieder vor der Tür und der Abend wird mit Bieren aus den unterschiedlichsten Ländern bis in die Nacht geschlossen.

 



20.12.04
Unsere Bayern haben nur Pech. Jetzt ist bei Christian noch der Anlasser kaputt gegangen. Da wir ja jetzt NOCH mehr Zeit haben bleiben wir noch bis mindestens heute abend in Fes. Mit Asis unserem Stadtguide von letztem Jahr hab ich eine Führung durch Fes für heute Mittag verabredet. Unsere Schweizer kennen die Stadt ja noch gar nicht und wir werden sicher auch einiges neues entdecken. Dafür gibt es hier einfach zu viel zu sehen. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, so hab ich noch etwas Zeit das Tagebuch zu aktuallisieren.
Fes Altstadt. Asis zeigt uns viele neue Sehenswürdigkeiten die wir noch nicht kennen. Auch wenn Sandra und ich jetzt schon einige Tage in Fes verbracht haben, so bieten sich immer wieder für uns neue Plätze an. Eine Internat/ Koranschule mit herrlichen Verzierungen. Webereien die noch wie vor 100 Jahren weben, Bäckereien, die obligatorische "Gerberterasse", dazu die Färberstraßen. Die Universitätsbibliothek, die Lederauktion auf der die Schaf und Ziegenfelle zur Weiterverarbeitung angeboten werden usw. Einige Stunden und ca. 1000 Fotos später kommen wir wieder auf dem Campingplatz an.


21.12.04
Eigentlich wollen wir ja noch etwas weiter aber... wir haben keine lust. Charly und ich wollen versuchen im örtlichen Macromarkt (Metro) einen PCMCIA Compaktflashreader zu bekommen. Was sich wer weiß wie schlimm anhört ist nur ein Lesegerät für eine Digitalkamera, welches in Deutschland oder auch der Schweiz an fast jeder Ecke für 10 Euro zu bekommen ist.
Wir laufen die Straße entlang um ein Taxi zu bekommen. Irgendwie haben wir wieder Glück und es kommt natürlich kein Taxi. So schmieden wir Pläne einen Esel zu kapern und ganz selbstverständlich den Esel vorne am Markt an zu binden während wir shoppen. Irgendwann ergattern wir dann doch ein Taxi. Im Macro Markt entdecken wir dann auch die Computerabteilung. Normale Reader können wir haben, jedoch nicht für den Laptop. So schmieden wir neue Pläne. Sandra hatte mir noch aufgetragen einen neuen Teekessel mit zu bringen. Der ist schnell gefunden. Da wir dann aber doch nicht mit leeren Händen zurück kommen wollen, entschliessen wir uns noch jeder ein Sixpack Flag Pils mit zu nehmen. So treten wir dann die Heimreise zu unseren Mädels an. Da wir wieder mal kein Taxi finden, nehmen uns einige Einheimische mit holländischem Kennzeichen mit bis zum Taxistand. Etwas zwielichtig und mit Sicherheit sehr stoned. Auf holländisch war auch so etwas ähnliches wie Konversation mit einem von Ihnen möglich. Eine sehr kurze Taxifahrt später kommen wir auf dem Campingplatz an. Schnell beginnt der noch gemütlichere Teil des Abends. Im Schein unserer Petromax kochen wir wieder gemeinsam auf unserem Marokkokocher und der ein oder andere Rum wandert in die trockenen Kehlen. Zwischen durch versuchen Charly und Sylvia uns dann immer mal wieder davon zu überzeugen mit ihnen nach Südafrika zu fahren.

 

 

 

 

 

22.12.04
Gemeinsam mit unseren schon ans Herz gewachsenen Schweizern fahren wir richtung Ifrane. Hier soll es einige Grotten geben. Ausserdem ist der Ort bekannt als Skigebiet und von der Architektur mehr Elsass oder Schwarzwald als Marokko. So schrauben wir uns von 800 m auf 1700 m innerhalb von 30 km hoch. Die Grotten sind leider nicht auffindbar. So versuchen wir es anders. Erst einmal den Campingplatz suchen um von dort aus mit dem Taxi die Gegend durchforsten. Der Platz ist schnell gefunden doch wir sind wohl ausserhalb der Saison da. Niemand da, und alles verschlossen. Schade. Hier oben ist es aber auch merklich kälter als in Fes. So entscheiden wir uns nach Meknes zu fahren um auf unsere Bayern zu warten, während Sylvia und Charly schon mal weiter in den Süden Richtung Erg Chebbi fahren. Fest steht aber auf jeden Fall das wir uns Silvester bei Sahid treffen.
In Meknes angekommen müssen wir doch erst wieder etwas suchen bis wir den Campingplatz finden. Kurz vor der Einfahrt treffen wir auf unsere lang erwarteten Bayern. Gemeinsam geht es auf den Platz. Leider werden hier gerade alle Bäume rings herum gefällt. Dadurch hat der Platz einiges an Charme verloren. Während die andern noch schnell einen Abstecher in die Altstadt machen bleiben wir am Wagen. Irgendwie hab ich meine Erkältung noch nicht ganz überwunden und die Höhenunterschiede heute bereiten mir etwas Kopfschmerzen (Kein wundern wenn die Nasennebenhöhlen zu sitzen). Während unsere Bayern noch etwas durch die Stadt gehen machen wir es uns gemütlich.


23.12.04
Weiter geht es Richtung Marrakech. Über etliche kleine Landstraße und über einige übelste Schlaglöcher rollt unser Konvoy Richtung Süden. Mitten drin fehlt auf einmal Michel. Ohne erkennbaren Grund ist ihm ein Reifen seitlich auf der Flanke geplatzt. Mit vereinten Kräften war der Reifen schnell gewechselt. Bei Afourer ist bei uns ein Stausee eingezeichnet. Alls die Dämmerung herein bricht fahren wir aus dem Tal (600 m) hoch auf 1300 m um hier an einem Ausgleichsee zu übernachten. Offiziell ist das zwar nicht erlaubt, der hier ansässige "Guardian" erlaubt uns dies jedoch. Angesichts der Tatsache das sich hier Wolf und Schaf auch nicht mehr gute Nacht sagen wollen, sicher eine gelungene Abwechslung für ihn.

24.12.04
Am zweit größten Stausee Marokkos sehen wir hunderte Militärs. Viele mit Gewehren. Fotografieren ist auch verboten. Wir machen uns einen Spaß draus zu salutieren. Die Militärs grüßen vorschriftsmäßig und mit sichtlichem Spaß zurück. In Marrakech angekommen, geht es erst einmal zum örtlichen Marjane (Real / Kaufland). Unsere Bayern haben schon ihre Biervorräte aufgebraucht und lechzen nach Ersatz. Im Norden der Stadt auf der Route Richtung Safi fahren wir auf den zweiten Campingplatz der Stadt. Im Gegensatz zum "Internationalen Campingplatz" der nur aus einem staubigen Platz besteht. Sidi Rahal (der andere Platz) ist uns noch vom letzten Jahr bekannt. Etwas grüner, etwas ruhiger. Auch hier sehen wir wieder einen alten "Bekannten". Letztes Jahr lief hier ein kleiner Hund rum den wir kurzerhand "Willi" tauften. Schwanzwedelnt werden wir von ihm begrüßt. Unser "Futterangebot" nimmt er gerne an und bedankt sich mit ausgiebigen Schmuseeinheiten. Hätten wir nicht schon einen Hund, würden wir bei "Willi" schwach werden, auch oder gerade weil er dieses Jahr wohl etwas sehr ramponiert ist. Kujo smst noch schnell einem Kumpel (Matthias) an der auf dem anderen Campingplatz wartet. Kurze Zeit später trifft dann Matthias mit seinem Kangoo ein. Als die Dämmerung ein tritt, stehe ich an unserem Gaskocher und bereite Geschnetzeltes für alle zu, während Christian die Nudel kocht. BTW zwischendurch REGNET es. Unter meinem 4x5m Vordach lässt es sich jedoch aushalten.



25.12.04
Langsam kriechen alle aus ihren Wagen. Gestern wurde es dann doch etwas früher. Nach dem Frühstück beginnen Michel und ich mein Weihnachtsgeschenk zusammen zu bauen. Vor dem Urlaub "gönnte" ich mir noch von Playmobil den Rallytruck. Sandra schenkte mir nun den dazugehörigen Serviceanhänger. Männer zwischen 20 und 50 stehen mit leuchtenden Augen vor diesem wunderwerk der Technik und mutieren zu kleinen Kindern. Als es Dämmert fahren wir gemeinsam mit einigen Grand Taxis ins Zentrum von Marrakech. Nach marokkanischem Brauch 6 Personen plus Fahrer. Auf dem Gauklermarkt ist Hochbetrieb, denn gleichzeitig feiern die Muslimen Neujahr 1425. Mitten am Platz genehmigen wir uns ein Essen bei einem der zahlreichen Fressalienstände. Weiter durch die Altstadt etwas bummeln. Doch leider machen die Geschäfte schon alle zu (kein Wunder zur Neujahrsfeier). Als wir uns alle satt gesehen haben, fahren wir wieder zum Platz zurück. Wie sollte es anders sein fängt es auf dem Rückweg an zu regnen. Unseren Taxifahrer scheint es kaum zu stören das die Scheibenwischer den Regen mehr verteilen als weg zu wischen. Eine etwas abenteuerliche Rückfahrt. Irgendwann sind wir dann auch angekommen (ohne Herzinfakt aber nicht weit davon entfernt).

Foto links mitte: "Willi"



26.12.04
Weiter Richtung Agadir. Die Straße erschien mir letztes Jahr gar nicht sooo eng. Es reicht auf jeden Fall das Uli an einem der entgegenkommenden LKWs einen Aussenspiegel einbüßt. Eigentlich hat es mich gewundert das nicht mehr Spiegel zu Bruch gingen. Teilweise hatte ich das Gefühl es waren nur wenige Millimeter zwischen uns und dem Gegenverkehr. Als wir an einer Tankstelle anhalten, läßt Michel noch spontan den defekten Reifen umziehen. Einer der Mechaniker zeigt uns, dass man nicht viel Werkzeug braucht um einen Reifen von und auf die Felge zu bekommen. In Deutschland wäre es mit Maschienen kaum schneller gegangen. Für 60 Dirham (6 Euro) auch noch sehr billig.
Nördlich von Agadir stellen wir uns an den Strand und geniessen den Sonnenuntergang an der Brandung des Atlantiks.
Zum Bild links unten: Uli trinkt sonst NIE Alkohol! Hier die offizielle Bierdosenvernichtungszählung von Uli an den beiden Abenden in Agadir. Seitdem hat er den Namen: DBU - Der Bier Uli.






27.12.04
Nach ausgiebigem Ausschlafen fahren wir gemeinsam in Matthias Kangoo nach Agadir. Wir wollen ein Hamam (Wasch/Dusch-haus) suchen. Nach etwas Sucherei und unter Mithilfe einer netten und hübschen Polizistin finden wir ein Duschhaus. Für 8 DH kann man hier nach marokkanischer Art duschen. Auch ein interessantes Erlebnis. Kann ich jedem nur empfehlen. Danach noch einige Einkäufe und noch etwas die Seele baumeln lassen.
Morgen holen wir dann unsere letzte Mitreisende vom Flughafen in Agadir ab.

 

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28.12.04
Die Entfernung von unserem Stellplatz zum Flughafen haben wir dann doch etwas unterschätzt. Wir brauchen über eine Stunde für die kurze Strecke. Allerdings müssen wir auch mitten durch Agadir ganz in den Südosten der Stadt. Am Flughafen angekommen treffen wir Jonny - einen Magirusfahrer den wir schon in Chefchauen getroffen haben. Auch er wartet auf Freunde aus der Heimat. Im Flughafen angekommen ein etwas eigenartiges Bild. Überall irgendwelche Reiseleiter von TUI, 1-2Fly und was es nicht alles gibt. Bis auf einen Flug alle aus Deutschland. Als die ersten Reisenden aus dem Zollbereich kommen, vermuten wir das es in Deutschland kalt ist. Alle dick verpackt in Jacken und teilweise sogar Schals. Da wir nicht ohne Schild (wie die Reiseleiter) da stehen wollen nehmen wir kurzerhand eine Stange Zigaretten und beschriften das Papier mit "Survival Touhrs" (Das H in Tours steht für Saharah). Einige "Reiseleiterkollegen" stehen neben uns und sind sichtlich amüsiert über unser "Schild".

Kurze Zeit später erreicht Ingrid (Michels Mama) dann unsere Reisegruppe. Weiter geht es über Nebenstrecken Richtung Ouazazat. Als es langsam zu dämmern beginnt, suchen wir einen Platz zum übernachten. Matthias schlägt einen Campingplatz im Osten von Talioune vor. Camping Toubkal. Mit 35 Dirham pro Fahrzeug incl. 2 Personen nicht all zu teuer. Da wir alle hungrig sind und die Lust noch selber zu Kochen nicht die Größte ist, entschliessen wir uns gemeinsam im Restaurant auf dem Platz etwas zu essen. Dies war wohl ein Fehler unsererseits. Das Éssen war zwar gut, die Menge aber mehr was für einen tibetanischen Zwergpinscher. Reklamationen unsererseits stoßen auf taube Ohren. Na gut, dann werden wir Toubkal halt wärmstens weiter empfehlen.





29.12.04
Bis Ouazazate sind es nur noch 160 km. Eigentlich eine kurze Etappe. Gestern haben wir uns jedoch von Meereshöhe auf 1000m hoch geschraubt. Direkt nach dem Start geht es hoch bis auf 1800 m. Hier entdecken wir wieder dieses weisse Zeug neben der Straße. In Deutschland wird das wohl Schnee genannt. Gemütlich schlängeln wir uns durch das Hochland. In Ouazazate erst einmal zur örtlichen Totaltankstelle. Laut Christian mit der schönsten Toilette in ganz Marokko. Sogar mit Klopapier! Danach geht es weiter in die Stadt. Die Biervorräte unserer Bayern sind schon wieder zur Neige. Nach einigen Runden durch die Stadt entdecken wir dann auch den einzigen "Super Marche" in Ouazazate, der die Lizenz zum Alkoholverkauf hat. Im Laden ist viel los. An der Alkoholtheke liegen Zeitungen bereit. Die Einheimischen bekommen ihren Dosen und Flaschen schön verpackt so das die anderen und vorallem Allah nicht sieht was sie da eingekauft haben. Mit neuen Vorräten geht es Richtung Aid Ben Haddou. Hier sollen wohl einige Szene für Star Wars gedreht worden sein. In der Nähe des Dorfes schlagen wir auf einer Anhöhe unser Camp auf.

Bild links oben: Unser Versorgungsfahrzeug im Tiefflug






30.12.04
AUSSCHLAFEN! Gegen 10 Uhr entscheide ich mich dann doch, mich aus dem Bett zu begeben. Irgendwie fehlt mir die Lust irgendetwas zu unternehmen. Ich genieße das fröhliche nichts tun. Aber nicht lang. Ein Teil unserer Gruppe will in den Nachbarort wandern und Obst einkaufen. Zwischenzeitlich bringe ich Christians Spannungswandler wieder zum laufen, so das sein Funkgerät wieder einsatzbereit ist. Michel macht einen großen rundumschlag und macht Fahrzeugabschmieren für alle. Zwischenzeitlich versuche ich Christians Elektrogebläse am Kühler wieder regelbar zu machen. Leider ist der Elektrothermostat wohl im Eimer und schaltet nicht. Zwischenzeitlich haben uns einige Kinder entdeckt und umlagern unser Camp. Ich finde etwas Zeit mal wieder das Tagebuch zu pflegen. Auf einmal klingelt mein Telefon. Nina und Daniel die zu Sylvester auch zu Sahid kommen wollen sind gerade kurz vor Fes und wollen noch die Koordinaten haben. Bin mal gespannt ob sie die Strecke (es sind schon einige Kilometer bis zu uns (incl. Überquerung des Atlas Gebirges) schaffen).








31.12.04
Gegen 11 Uhr starten wir in Richtung Dades Schlucht. Zuvor erledigen wir in Boumalne einige Einkäufe. Als wir gerade wieder los wollen, rollen Nina und Daniel auf den Parkplatz. Haben sie die Strecke also doch geschafft. Gemeinsam nehmen wir die Dades Schlucht in Angriff. Zu unser aller Verwunderung ist von der Piste letztes Jahr nichts über geblieben. Eine frische Asphaltschicht bedeckt die Straße, so das nun leider auch Reisebusse die Strecke fahren. So werden aus den eingeplanten 2 Stunden im ersten und zweiten Gang, 20 minuten dahin rollen. Auf dem Platz von Sahid angekommen, empfängt uns dieser mit leuchtenden Augen. Wie er mir später erzählt hat, sprach er gerade eine Stunde vorher mit seinen Freunden über Silvester letztes Jahr mit den "Verrückten LKW Fahrern". Links in der Ecke warteten auch schon Sylvia und Charly auf uns. Ein riesen Hallo ging durch unsere jetzt 16 Köpfige Reisegruppe. Sogleich begannen die Vorbereitungen für Silvester. Gemeinsam wurden unmengen von Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Knoblauch etc. zerschnippelt um die frischerworbenen Taginetöpfe einzuweihen. Sahid organisierte noch etwas Holz für das abendliche Lagerfeuer. Als es dann langsam dunkel wurde, begann ein tolles Silvesterfest das ausgiebig gefeiert wurde. Um Mitternacht wurden die mitgebrachten Wunderkerzen entzündet und einige "Minivulkane", die Sonja, Sandra und mir, mitgegeben hat, zum Ausbruch gebracht. Irgend wann so gegen sechs Uhr verschwanden dann alle in ihre Kemenaten.

1.1.05
Sehr langsam kriechen alle aus ihren Fahrzeugen. Kurz nachdem wir alle wach waren, erblickte auch eine kleine Ziege das Licht der Welt. Nach einem kleinen Frühstück fangen unsere "Weiterreisenden" (Sylvia und Charly im Buschtaxi, Steffi und Robert im VW Bus und Nina und Daniel mit ihrem Magirus) an Pläne zu schmieden, wo sie sich wann wieder treffen um gemeinsam Richtung Süden (Südafrika) zu fahren.

Wir verabschieden uns von unseren Schweizern in der Hoffnung sie dann doch irgendwann (vielleicht ja im Sommer in Namibia - In Shalah) wieder zu sehen. Sahid lässt es sich auch nicht nehmen uns noch alle auf einen Tee ein zu laden. Da alle noch etwas angeschlagen sind, fahren wir heute nur wenige Kilometer bis in die Todra Schlucht um hier noch einmal zu duschen bevor es dann morgen Richtung Erg Chebbi aufbrechen.

von links oben: Daniel, Sandra, Steff, Sylvia, Charly, Michel, Robert, Frank, KuJo, Matthias
unten: Nina, Momo, Karl Hugo, Uli, Ingrid, Steffi, Ingrid2, Christian


 

 

2.1.05
Wir fahren wieder eine Nebenstrecke Richtung Erfoud. Zwischendrin wird die Straße neu gemacht, so das wir in einem Dorf mit unseren LKWs aufpassen müssen das wir nicht entweder an den Häusern entlang kratzen oder in die Baugruben fallen. In Erfoud überfallen wir erst einmal eine Tankstelle. Der Besitzer guckt etwas ungläubig als wir mit 6 LKWs und 2 PKWs seine Zapfsäulen in Beschlag nehmen (Die Tankstelle wurde danach wegen Reichtum geschlossen). Danach ging es in die Souqs. Gemüse Fleisch und einige andere Nahrungsmittel organisieren. Auf unserem Autostellplatz warten wieder die gleichen Kinder wie letztes Jahr die einem wieder irgend etwas andrehen wollen. Man merkt hier schon das der Tourismus hier einiges stärker ist als in anderen Teilen des Landes. Alles etwas aufdringlicher als woanders. Die "Straße" Richtung Erg Chebbi hat sich kaum verändert. Wir krichen mit 20-30km/h entlang. Unser mitreisender VW Bus hat etwas mit der Strecke zu kämpfen. Nach 10km steht immer noch das Straßenschild mit dem Hinweiß 60km/h am Wegesrand. Alle müssen lachen als sie dieses Schild sehen. Wer hier wirklich 60 fährt hat entweder ein gigantisches Fahrwerk wie ein Dakar Fahrzeug oder ist einfach Wahnsinnig. Als es langsam zu Dämmern beginnt, entscheiden wir uns nicht bis zum Erg durch zu fahren sondern im Nirgendwo zu übernachten, da sich einige Fahrzeuge im losen Sand schon fest gefahren haben.


 

3.1.05
10 km bis zum Erg. Wir versuchen den Erg nördlich zu umfahren, in der Hoffnung, dass hier keine Souvenierverkäufer lauern. Am nördlichen Ende sind die Dünen sehr flach. Für unsere 2x4 Fahrzeuge aber nicht zu schaffen. So entscheiden wir uns dann doch für den westlichen Erg und die damit verbundenen Souvenierverkäufer. Wir spielen mit den LKWs im Sand und probieren wie weit wir kommen. Unsere Mädels haben "Blut" geleckt und vertreiben uns von den Lenkrädern. Mit sichtlichem Spaß versuchen sie sich in den Dünen und sind kaum noch zu bändigen. Sandra fährt unerschrocken durch Weichsand und hat keine Mühe die Differentialsperren zu bedienen oder auch am Gas zu bleiben (und sich nicht fest zu fahren).

links unten: Momo versucht sich nach Australien durch zu graben













4.1.05
Faulenzen im Erg! Gestern war allen klar, heute bleiben die Motoren kalt und es wird nur relaxed. Matthias hatte sich gestern noch einen riesen Nagel in einen Reifen des Kangoo gefahren. Heute wollen wir einfach mal probieren wie man einen Reifen so abzieht und repariert. Mein "Dakartruck" wird noch reichlich in den Dünen abgelichtet. Zwischenzeitlich kopieren wir noch Bilder von den Digitalkameras auf Laptops, ich schreibe noch ein wenig Tagebuch und Daniel brennt CDs. Sandra fegt noch etwas Sand aus dem LKW und ansonsten tut sich herzlich wenig. Alle genießen die Ruhe und die Sonne. Aber doch nicht so ganz. Daniel kommt noch auf die Idee wir könnten unser neu erworbenes Wissen testen und direkt noch zwei Reifen vom Deutz umziehen.


 

 

5.1.05
Langsam, aber immerhin, bewegt sich unser Konvoy Richtung Norden. Die Piste bis Erfoud ist schnell erledigt. Wir folgen der Straße bis nach Meski. Hier wollen wir schauen ob der schlechte Ruf der "Blauen Quelle von Meski" wirklich gerechtfertigt ist. Momo nutzt die Gunst der Stunde für ein ausgiebiges Bad im Quellbecken. Matthias ist mit seinem Versorgungs-Kangoo noch schnell Richtung Errachidia gefahren um die auf Null gesunken Biervorräte wieder aufzufüllen. Ausserdem soll es heute abend Hühnchen geben das wir auf dem Markt in Erfoud gekauft haben.


 

6.1.05
Heute heisst es Abschied nehmen. Nina und Daniel im Deutz, Steffi und Robert im VW Bus und Matthias im Kangoo fahren heute weiter Richtung Süden, um sich in einigen Tagen in Daklah mit Sylvia und Charly und noch einem Paar aus Berlin zu treffen. Schweren Herzens verabschieden wir uns um (leider) schon wieder Richtung Norden zu fahren. Auch wenn wir von der Konvoy Größe her schon riesig waren, so hat die gemeinsame Fahrerei doch sehr gut geklappt.
Wir durchqueren den Atlas, jedoch nicht ganz ohne Panne. Bei Katja-Irina (Christians LKW) hat sich am Gasgestänge ein Kugelkopf verabschiedet. Mit Kabelbindern wird er jetzt so fixiert das er nicht mehr dauern runter springen kann und Christian auch am Berg (was ja nicht ganz unwichtig ist) ein Gaspedal hat. Langsam schrauben wir uns von 900m auf 2200m hoch. Hier oben ist es nicht Kalt! Nein es ist Ar*ch kalt. Auf den Bergen liegt haufenweise Schnee. Daniel und Nina erzählten uns das auf der Fahrt zu uns runter rechts und links des Weges der Schnee über einen Meter hoch lag. Mittelweile ist zwar einiges abgetaut, jedoch ist immer noch genug Schnee da, um bei unserer Mittagspause eine Schneeballschlacht zu machen.
Unterwegs sehen wir noch einen Interessanten Schwertransport. Leider gibts davon keine Bilder. So muss halt jetzt die Vorstellungskraft her halten. Man nehme einen ca. 20 m langen und etwa 6 m breiten/hohen Stahlzylinder. Vorne eine normale Zugmaschiene und hinten zwei Achsen die durch einen kleinen "Bock" verbunden sind, packe den Zylinder darauf und sichere das ganze mit 4 Spanngurten. Damit geht es dann über Straßen, Gebirge und Schlaglochpisten. Ein waghalsiges Gespann!
Endstation für heute ist Fes. Am bewährten Platz (Diamond Verde) schlagen wir unser Quartier auf. Da die Biervorräte wieder aufgebraucht sind, fahren Kujo, Christian und ich noch schnell zum Macromarkt um Flag (Bier) und etwas Fleisch für das Abendessen einzukaufen.


 

 

 

 

 

7.1.5
Wir haben URLAUB. Das heißt wir schlafen lange aus. Als die Sonne dann fast den Zenit erreicht hat, entschliessen wir uns, dann auch mal aufzustehen und den Tag mit einem ausgiebigen Sonnenbad zu beginnen. Wir wollen heute mal probieren "Arabische" Nummernschilder für unsere Fahrzeuge zu bekommen. Ausserdem will Ingrid noch einige Schaffelle kaufen. Nach erfolgreichem Probesitzen auf unseren Schäfchen, ist sie wohl vom Warmhaltefaktor überzeugt. Da es hier am Campingplatz relativ schwierig ist ein Taxi zu bekommen, nehmen wir den Linienbus in die Stadt. Irgendwo in der Neustadt (nicht weit vom Königspalast) von Fes ist Endstation. In einer Nebenstraße entdecken wir eine Art D&W. Der örtliche Autozubehörladen. Nach anfänglichen Sprachschwierigkeiten (Die Jungs sprechen wieder nur Französisch und Arabisch) ist aber klar was wir wollen. Sie meinen es dauert 3 arabische Stunden bis sie die Nummernschilder bekommen. Wir zahlen die Hälfte an und vereinbaren das sie uns die Schilder abends zum Campingplatz (gegen Trinkgeld!) bringen. Zu Fuß geht es weiter Richtung Medina. Sandra und ich haben unseren Daheimgebliebenen versprochen Gewürze mit zu bringen. Irgendwo mitten drin entdecken wir ein nettes Gewürzgeschäft. Nachdem wir vieles probiert haben, nehmen wir jeweils 1kg Pfeffer, Kümmel, Paprika und Chilli mit. Zum Tragen schon genug, da wir ja noch quer durch die Medina müssen um zu den Gerbereien zu kommen. Wie immer quatscht uns ein Sohn irgend eines Gerbers an und führt uns zielsicher zur Gerberei. Unterwegs treffen wir noch Asis - unseren Deutschsprachigen Guide - der etwas verwundert und erfreut ist, uns schon wieder in Fes zu zu treffen. Auf einer der Terassen feilschen Ingrid und Kujo um den Preis für die Felle. Da wir schon eingedeckt sind halten wir uns etwas Abseits. Als wir dann, doch auch noch etwas mit nehmen "sollen", erzähle ich einfach, ich sei der Reiseleiter der Gruppe. Darauf hin bemüht sich sofort der Chef des Geschäftes um mich, Provision etc. wäre ja kein Problem wenn ich wieder Gruppen zu ihm führen würde. Als alle Einkäufe erledigt sind, nehmen wir uns zwei Petit Taxis zurück zum Campingplatz. Da wir alle etwas verschwizt sind, heißt es duschen für alle. Später kommen die drei Jungs von "D&W" vorbei. Nach etwas Verhandlung mit dem Campingplatzinhaber haben sie die Erlaubnis uns für 1,5 arabische Stunden zu besuchen. Da es ja schon konsequent auf unsere letzten Tage in Marokko zu geht, werden erst mal die restlichen Alkoholika auf den Tisch gestellt. Zack - einer der drei Jungs - versucht sich nebenbei wohl als DJ und hat einige CDs mit seinen Remixes mitgebracht. Europäischer Dancefloor mit Arabischen Einflüssen. So beschliessen wir mit Zack, Jussuf und Tarek bei Bier, Whisky, Glühwein, Anisschnaps und Feigling den Abend (wobei wir eigentlich nur Bier getrunken haben - die Jungs aber freudig alles getrunken haben). Irgend wann war dann doch der Zeitpunkt Deutsch - Französisch, Französisch - Deutsch
. Wenn also irgend jemand mal nach Fes kommt und die Übersetzungen: come si, come ca = Scheißdreck oder soft = geschmeidig hört - wir waren es nicht :-)
Als Sandra und ich ins Bett gingen, fing leider unsere Standheizung an Geräusche zu machen. So wie es sich anhörte war das Lager des Lüfters defekt. So durften wir dann noch ohne Heizung die Nacht verbringen.

 

8.1.5
Um 9 Uhr kommt der Campingplatzinhaber zu uns und teilt uns mit das Zack, Jussuf und Tarek vorne stehen würden. Da Christian schon "ausgeh-fein" ist,
geht er zum Eingang. Die drei haben es sich nicht nehmen lassen die Nummernschilder persönlich vorbei zu bringen. Als Christian fragt ob es ihnen den heute gut gehe, grinsen die drei nur im Kreis. Zwischenzeitlich hab ich meine Standheizung zerlegt. Ansich ist nichts zu erkennen. Meine Befürchtung das, dass Lager des Lüfters defekt ist, bestätigt sich aber leider. (ist zwar nur ein Gleitlager - macht aber trotzdem fiese Geräusche). So müssen wir halt ohne Heizung Richtung Heimat fahren. Weiter soll es heute nach Martil gehen. Von da aus sind es nur knapp 50 km bis zur Grenze. Ein Stück hinter Ouezzane machen wir noch kurz Mittagspause. Als wir los fahren, gucke ich in den Rückspiegel um zu sehen ob alle nach kommen. Leider sehe ich in diesem Moment wie ein uns entgegenkommendes Taxi ein Kind anfährt. Als erster erreiche ich das Kind, welches bewegungslos mitten auf der Straße liegt. Sandra und Michel kommen mit Verbandskästen angerannt, so dass Michel und ich sofort beginnen Erste Hilfe zu leisten. Im nachhinein ist uns allen klar geworden WIE wichtig es ist regelmäßig an einem Erste Hilfe Kurs teilzunehmen. So gut wie möglich betreuen wir das Kind. Stabile Seitenlage (der kleine hustet Blut, und blutet aus Nase und Ohren), Platzwunden verbinden, Puls und Atmung kontrollieren. Nach einer halben Stunde trifft endlich der Rettungswagen ein. Die komplette Ausstattung des Wagens besteht aus einer Trage einer Sitzbank und einem leeren Medikamenteschrank. Der Fahrer ist nur der Fahrer und hat mit Sanitätern nichts zu tun. So "verladen" wir das Kind in der Hoffnung das ihm noch geholfen werden kann. An dieser Stelle wird man dann doch Religiös und betet zu Gott das der Kleine überlebt hat.

Da die Strecke bis nach Martil im hellen kaum noch zu schaffen ist, entschliessen wir uns noch ein mal in Chefchauen zu übernachten. Abends sitzen wir noch lang zusammen und sprechen über das heute erlebte.

9.1.5
Gestern unterhielten wir uns noch kurz mit einem LKW Fahrer der neben uns campiert. Er erzählt uns das er morgen weiter wolle da der Platz hier so teuer sei. Als wir erfahren wie viel er zahlen solle glauben wir an ein Missverständniss. Heute morgen kommt auf jeden fall einer der Bediensteten und teilt mir mit, mein LKW sei zu groß und er müsse den Preis für den LKW pro Nacht erhöhen. Ich sollte doch meinen Anmeldeschein heraus geben damit er mir einen neuen mit dem "richtigen" Preis geben könne. Als ich dies jedoch nicht mache (schliesslich hat hier noch niemand mehr bezahlt), tobt er etwas rum. Später als wir alle bezahlen, sind die Preise wieder alle "normal". Hier will sich wohl jemand etwas Geld nebenher verdienen!!!
Die letzten 80km bis zur Grenze sind schnell gefahren. An der Grenze das übliche Chaos. Problemlos sind wir jedoch nach 45 minuten durch und Tanken unsere LKWs noch einmal günstig auf. Als wir am Hafen ankommen werden wir direkt durch gewunken, wir sollten direkt auf die Fähre fahren. Als Uli und wir auf der Fähre stehen, wird hinter uns jedoch direkt dicht gemacht, so das Christian, Michel und Kujo nicht mehr mit kommen. Telefonisch verabreden wir, dass wir in Algeciras am Hafen warten. Christian erzählt uns hinterher, bei Kujo und seinem Wagen hätten sie Drogen am Fahrzeug gefunden. Er erklärt aber auch direkt, das der Zöllner sie gefragt hätte, ob er was am Fahrzeug verstecken kann, damit der Drogenhund in Ausbildung auch mal etwas fände.
Wieder vereinigt fahren wir noch einige Kilometer bis Marbella. Hier wollen wir übernachten. Da wir keinen gescheiten Platz finden fahren wir noch einige Kilometer bis wir in ein Prominentenviertel kommen wo Christian, Michel und Uli jemanden kennen. So schlafen wir in direkter Nachbarschaft von Jean Connery. Da Kujo heute Geburtstag hat genehmen wir uns gemeinsam noch einen kleinen Absacker.

 

10.1.2005
Heute wird unsere Gruppe wieder kleiner. Christian, Michel, MM und Uli wollen etwas langsamer in die Heimat. So fahren wir gemeinsam mit Kujo etwas "schneller" vor. Irgend wo oberhalb Madrid finden wir auf einem "Autohof" zwischen hunderten anderen LKWs ein Plätzchen für die Nacht. Im anliegenden Truckerrestaurant mehmen wir noch ein Menu ein und gehen in unsere Kojen. Da unsere Standheizung ja immer noch defekt ist, wird das eine etwas frostige Nacht. Draussen ca. -14 Grad. So darf unser Hund mit im Bett schlafen und wird kurzerhand zur "Wärmflasche" umfunktioniert.

 

 

11.1.2005
Etwas durchgefroren werden wir wach. Schnell wieder ins Fahrerhaus. Hier gibt es eine funktionierende Standheizung um uns auf zu tauen. Über San Sebastian und Bordeaux geht es zügig weiter Richtung Paris. 100 km vor Paris streikt auf einmal mein LKW. Nach 10 minuten ist der Grund dann aber auch gefunden. Eine Schraube am Dieselfilter hatte sich gelöst, so das die Einspritzpumpe Luft zog. Da es auch schon dunkel war, entschlossen wir uns am nächsten Rastplatz zu übernachten. Da wir noch alle Hunger hatten, aber auch keine Lust noch zu kochen, gingen wir in das "Le Beuf". Eine Art Maredo. Da wir drei alle nicht so ganz Sprachfest sind, versuchte der Kellner uns noch etwas zu helfen. Der einfachheit halber entschlossen wir uns alle das, so wie wir es verstanden "Hacksteak" zu nehmen. Daruf hin gab es dann für uns Tatar mit rohem Ei. Nicht wirklich das was wir uns vorgestellt hatten - aber mangelnde Sprachkenntnisse und der Hunger trieben es dann doch irgend wie rein.

 

12.1.2005
Die letzte Etappe. In Paris wie immer heiloses Chaos. Kujo verabschiedete sich noch von uns, da er über Luxemburg (noch einmal billig Tanken) fahren wollte. Wir nahmen den direkteren weg über Belgien nach Dortmund. Nachmittags erreichten wir dann unsere Wohnung und vervielen sofort in einen tiefen Schlaf, in der Gewissheit das es heute Nacht nicht kalt seien wird!

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