Albanien 2004

Kategorie: Reiseberichte
Veröffentlicht: Sonntag, 25. November 2012 13:19
Geschrieben von Steff
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Albanien 2004

Reisebericht von Annette, Lucie, Lukas, Ingo & Fritz

Anreise über: Deutschland - Östereich - Slovenien - Kroatien - Bosnien - Monetengro

Einreise Albanien:
Wir versuchten über den neuen Grenzübergang bei Sukobin einzureisen. Leider wurde uns die Einreise verweigert da diese Grenze nur für PKWs geöffnet ist. Mit unserem MB 710er hatten wir keine Chance. Deshalb mussten wir ca. 150 km zurück und östlich des Skadarsko Jezero Sees die alte Grenze nehmen. Sämtliche Grenzen sind NICHT ausgeschildert und die Straßen zu den Grenzen sind sehr einsame Fahrwege die für europäsche Verhältnisse mehr an Feldwege erinnern. Am "richtigen" Grenzübergang war die Einreise jedoch kein problem.
Zuerst musste man beim Polizeibüro pro Person 10€ "Einreisegebühr" bezahlen. Danach ging es weiter zum Zoll. Hier erwarteten uns leichte Schwierigkeiten da wir noch ein Moped und Kanu dabei hatten. Dafür wollten sie erst einmal Zoll verlangen. Nach kurzer Diskussion machte ich ihnen klar das ich Moped und Kanu nicht verkaufen wollte sondern auch wieder mit nach Hause nehmen will. Für den LKW wurde dann noch eine Urkunde erstellt in der das Fahrzeug eingetragen wurde. Diese muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden. Die Grenzformalitäten dauerten etwa 1Std wobei wir die Einzigen an der Grenze wahren. Die Grenzformalitäten ähnelten sehr den Afrikanischer Grenzen.
Von da aus ging es in Südöstlicher Richtung von Shkoder weiter zum Strand von Velipoje. Am besten fährt man vor dem Ort Veliopje an einem Schild rechts das auf eine Bar namens "Las Vegas" hinweist. Dieser Weg führt direkt zum Strand. Da der Sand hier relativ tragfähig ist kann man hier gefahrlos den Strand entlang fahren. Hier sind wir etwa 10km Richtung Montenigriner Grenze gefahren. Dieser Ort sollte unser erste Stellplatz für 3 Tage sein.
Von hier aus ging es weiter nach Gryke-Lum. Dieser Strandabschnitt wurde auch von den einheimischen Touristen gewählt. Da wir etwas Abseits stehen wollten versuchten wir den Strand endlang ein etwas ruhigeres Plätzchen zu finden. Leider machten uns einige Flussmündungen die bestenfalls mit dem Boot zu befahren wahren einen Strich durch die Rechnung. So drehten wir ab. Auf dem Rückweg bemerkten wir das sich einige Einheimische etwas über uns aufregten. Nicht jedoch weil wir den Stand befahren haben sondern unbemerkterweise mit dem Kanu das auf unserem Koffer lag ein Stromkabel abgerissen hatten, das ca 30m lang war und sich an unserem LKW verheddert hatte.

Am nächsten Tag versuchten wir die Shetaj zu erreichen. Auf unserer Karte war allerdings nur ein Fahrweg eingezeichnet, der keine Beschilderung hatte, so das wir öfters nach dem rechten Weg fragen mussten. Bis wir einen LKW Fahrer trafen der die Strecke so "ungefähr" kannte. Nach zwei Stunden "Verfolgungsjagd" bei ca 5km/h entdecken wir endlich die ersehnte Brücke über einen Fluß. Voller Freude und mit etwas Unachtsamkeit rutschten wir von der schmalen Piste in eine bedrohliche Schräglage. Die Strecke an sich war wie ein Bahndamm gebaut. Daneben ging es direkt 5 m runter. Allerdings war sie so bewachsen das man dies von "oben" so nicht erkennen konnte.
Nach einer Stunde Graben und "Traktor Rettung" ging es mit leicht erhöhtem Blutdruck weiter. Der Strand der uns erwartete entschädigte für die Anfahrt. 20km Sandstrand, dahinter Kiefernwald und weit und breit keine Menschenseele. Hier hielten wir es 4 Tage aus.

In Durres kauften wir schon einmal ein Fährticket nach Triest, WoMo >7m +4 Personen in zweier Kabinen 560€
Weiter ging die Fahrt von Lushnje - Vlore über einen wunderschönen Pass Richtung Gjilec. Vom Pass aus konnte man einen einsamen Strand mit "Zufahrt" entdecken. Hier gab es allerdings keinen Sand sondern feinen Kies. Mit vollem Reifendruck war hier jedoch nichts zu machen. Bei 0,5 Bar Reifendruck ging es jedoch. Das Wasser war Azurblau, wie in der Karibik. Hier blieben wir eine Woche. Die nächste Stadt war am einfachsten mit dem Boot zu erreichen so das wir 15km entlang der Küste zum Einkaufen fuhren.
Eines Morgens kam ein Schlauchboot mit vier Männern Richtung Strand. Zwei stiegen aus und verharrten auf den Felsen unweit von uns. Wir überlegten schon was sie dort treiben und schon flogen zwei Dynamitstangen ins Wasser und explodierten. Dynamit Fischer - Nicht gerade die sportlichste Art zu fischen, aber geschmeckt haben die Meereschen sehr gut. Leider wahr unser Urlaub nun schon wieder vorbei, so das wir mit der Fähre langsam die Heimreise antreten mussten.
Fazit: Albanien ist für Tupperschüsselcamper absolut ungeeignet. Die Straßen sind mehr Schlagloch als Fahrbahn (RICHTIGE SCHLAGLÖCHER!). Der Verkehr in den Städten ist chaotisch. Das Gesetz des Größeren oder der mit der lauteren Hupe gilt. Fussgänger, Fahrradfahrer und Eselskarrenfahrer leben im Straßenverkehr sehr gefährlich. An jeder Ecke findet man "Reifenflicker".
Die Menschen sind freundlich aber zurückhaltend.
  Preise:
Diesel: ca. 60 Cent
Restaurant: Essen mit 4 Personen incl. Getränke ca. 30 €
Zigaretten: 50 Cent (Pro Schachtel)
Dose Bier: 80 Cent
Gemüse, Obst und Honig direkt bei den Bauern an der Straße zu Minimalpreisen.
Es gibt in den Supermärkten alles, wenn das Angebot auch etwas überschaubar ist.